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Vom Osterei zum Schoko-Hasen: Nachhaltige Ostern im Kreis der Familie

An Ostern gedenken wir gemäß der christlichen Tradition der Leiden Christi. Eigentlich ein ernstes Thema für das kommende lange Wochenende, doch der religiöse Fokus wurde bei den meisten Menschen heute längst von der Aussicht auf Schokoladen-Osterhasen, Eier-Suche mit den Kindern und einen (vegetarischen?) Osterbraten verdrängt. In einer Umfrage von 2019 gaben nur 11 % der Befragten an, zu Ostern in die Kirche zu gehen, während immerhin gut ein Drittel Zeit bei Familienfeiern verbringt. Jeder vierte Befragte feiert Ostern hingegen mit gar keinen besonderen Bräuchen.*

Für uns als historisch christliche Partei ist Ostern eine Zeit der Ruhe, der Einkehr und der Rückbesinnung auf die Familie. Das lange Wochenende bietet die Gelegenheit, eine Auszeit zu nehmen, etwa auch von der aktuellen Nachrichtenlage, die mit Ukraine-Krieg, Klimakrise und hohen Corona-Zahlen psychisch sehr belastend sein kann. Vergessen sind die Krisen natürlich trotzdem nicht: Wer mag, kann die Gelegenheit zu Ostern für eine humanitäre Spende nutzen.

Nachhaltige Ostern

Auch traditionelle Feste können und sollten sich den Anforderungen der heutigen Zeit nicht entziehen: Wir haben deshalb ein paar Tipps für nachhaltige Ostern zusammengestellt, die Klima und Umwelt weniger belasten, aber mindestens genauso viel Spaß und Freude bringen:

  • Osternester, die es zu kaufen gibt, sind meist mit neongrünem Kunstgras aus Plastik ausgestattet - traditioneller, nachhaltiger und schöner wird es mit einem echten Körbchen aus Naturmaterialien und (biologischem) Stroh oder Heu. Eine billigere Alternative zum Natur-Körbchen ist ein schicker Jutebeutel, der um einen Pappkarton geschlungen wird.
  • Bei Schokolade und Süßigkeiten besonders auf Bio-Qualität und Fairtrade-Siegel achten: Das kommt vielleicht etwas teurer, aber dafür auch den Produzenten und dem Planeten zu Gute.
  • Osterlämmer: Symbolisch stehen sie für Jesu Opfertod - traditionell wird an Ostern Lammfleisch verzehrt. Einen "Opfertod" erleiden heutzutage aber vor allem die Baby-Schafe zu Ostern  - selbst, wenn man beim Kauf auf Bio-Siegel achtet. Osterlämmer werden also am allerbesten in Kuchen-Form anstatt als Braten genossen. Im Netz finden sich allerlei Rezepte sogar für vegane Osterlämmer.
  • Wenn's doch ein Osterbraten sein soll: Es gibt zahlreiche Rezept-Ideen für vegane oder vegetarische Festtagsmenüs im Internet, ob zu Weihnachten, Ostern oder anderen Anlässen. Hier empfiehlt sich etwas Experimentierfreude - vielleicht erwächst daraus sogar eine neue Familientradition, ganz ohne Tierleid und dazu noch klimafreundlich?

Über das Ostereier-Färben

Das Eierfärben ist, man glaubt es kaum, eine jahrhundertealte Tradition. Das Ei steht symbolisch für Fruchtbarkeit und ein neues Leben, nicht nur im Christentum; dort jedoch kommt noch die Symbolik der Auferstehung Jesu hinzu. In christlicher Tradition beendet der Ostersonntag die frühjährliche Fastenzeit, in der besonders im Mittelalter neben Fleisch auch keine Eier gegessen werden durften. An Ostersonntag hatte sich also ein entsprechend großer Eier-Überschuss angesammelt, der dann endlich, festlich zelebriert, verspeist werden konnte.

Heutzutage lassen sich gefärbte Ostereier in jedem Supermarkt kaufen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten: Bio-Siegel und Freilandhaltung sollten auch beim Ostereierkauf beachtet werden! Bio-Eier können auch mit viel Freude selbst gefärbt werden - dazu am besten Naturfarben verwenden oder mit färbenden Lebensmitteln experimentieren: Kurkuma etwa färbt gelb, in einem Sud aus Spinat werden Eierschalen grün. Und wer schon mal mit Roter Beete gearbeitet hat, weiß, dass dabei grundsätzlich alles rot wird, was auch nur in der Nähe steht.

Wer übrigens zufällig javanesische Zwerghühner zuhause hält, kommt um das Eierbemalen ganz herum: Die Tiere legen von Natur aus blaugrüne Eier.

Ostern in anderen Religionen

Gemäß dem jüdischen Glauben findet im selben Zeitraum wie Ostern jährlich das Pessach-Fest statt, das an die Befreiung des jüdischen Volks aus der Gefangenschaft in Ägypten erinnert. 2022 beginnt Pessach sogar zeitgleich mit der Osterzeit. Auch Pessach ist ein Familienfest und auf dem traditionellen Speiseplan stehen auch hier Lammfleisch und hartgekochte Eier.

Im Islam ist Jesus eine wichtige Figur, ein Gesandter Gottes kurz vor Auftreten Mohammeds. Dass Jesus jedoch gekreuzigt wurde und am dritten Tage auferstanden ist, kommt im Koran nicht vor. Somit feiern Muslime auch kein Ostern. (Ein lesenswertes Interview zu der Frage, warum Jesus nach muslimischer Sicht nicht gekreuzigt worden sein kann, hier)

Dieses Jahr findet auch der muslimische Fastenmonat Ramadan im Zeitraum um Ostern statt, genauer: Vom 1. April bis 1. Mai. Der hat mit Ostern allerdings direkt nichts zu tun - wann Ramadan stattfindet, hängt vom Mondkalender ab und verschiebt sich in unserem modernen Kalenderjahr von Jahr zu Jahr um einige Tage, findet also immer zu unterschiedlichen Zeiten statt. Trotzdem ist auch Ramadan, wie Ostern, ein Familienfest: Auch das muslimische Fastenbrechen wird im Kreis der Liebsten gefeiert, so wie Christen dies an Ostersonntag tun.


Unabhängig von Religion und Religiosität: Wir wünschen allen schöne Osterferien und geruhsame Feiertage!


* de.statista.com/statistik/daten/studie/999349/umfrage/umfrage-zu-den-osterbraeuchen-der-deutschen/

Autor/in:
Fenya Kirst
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